Motivierende Gesprächsführung –

Kommunikation auf Augenhöhe!

Das Konzept des “Motivational Interviewing” wurde in den 80iger Jahren von Miller und Rollnick basierend auf dem Veränderungsmodell von Prochaska und DiClemente für die Beratung von Menschen mit Suchtproblemen entwickelt.

Motivierende Gesprächsführung ist ein zielgerichtetes, klientenzentriertes Beratungskonzept zur Lösung ambivalenter Einstellungen gegenüber Verhaltensänderungen. Diese Definition gliedert Motivierende Gesprächsführung in den Kreis der Beratungskonzepte nach Rogers (humanistische Therapieschulen) und hebt gleichzeitig hervor, dass die Beraterin durchgängig ein klientendefiniertes Ziel im Auge behält und Strategien gezielt einsetzt, um es die Klientin erreichen zu lassen.

Motivierende Gesprächsführung richtet sich vor allem an Personen mit zunächst geringer oder ambivalenter Änderungsbereitschaft und kann daher am Beginn einer Suchtbehandlung stehen.

Inzwischen wird Motivierende Gesprächsführung aber auch im Bereich der psychotherapeutischen Arbeit, in allgemeiner medizinischer Behandlung, in der Gesundheitsförderung, der Sozialarbeit und im Vollzugswesen angewandt.

Kokrete Anwendungsfelder sind, neben der Abhängigkeit von Alkohol Opioiden, Cannabis und anderen psychotopen Substanzen, auch die HIV-Prävention, Bewährungshilfe, Entwicklungshilfe, Sexualdelikte, betriebliche Suchtprävention, psychische Störungen im Kindes- und Jugendalten, Essstörungen (Anorexie, Bulimie), Adipositas, Diabetes und Suizidalität.

Problematisches Verhalten hat für die Betroffenen oft zwei Seiten: Beziehungen zu Familie und Freunden leiden, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz irritieren und die Selbstachtung gerät ins Schwanken. Aber das problematische Verhalten lindert auch Ängste und lässt Hemmungen und Sorgen vorübergehend vergessen.

Warum sich also ändern, eine Stütze gegen ein Risiko eintauschen? Der Therapeut akzeptiert diese Ambivalenz und gibt in einer motivierenden Gesprächsführung dem Klienten die Möglichkeit, beide Seiten seiner Zwiespalt zu akzeptieren.

Er arbeitet Äusserungen der Eigenmotivation heraus. Der Klient bestimmt Zeitpunkt, Richtung, Rhythmus und Intensität des Gesprächs, der Therapeut bewegt sich mit und behält dabei das klientendefinierte Ziel im Auge.

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